Das Spielemagazin "Game Informer" veröffentlichte jüngst die weltweit erste Preview zu GTA IV. Wir wollen für euch an dieser Stelle nochmals die wichtigsten Infos aus dem Artikel zusammenfassen.
Die Story
Der Spieler steuert einen osteuropäischen Einwanderer namens Niko Bellic, der nach Liberty City gekommen ist, um sich dort den amerikanischen Traum zu erfüllen. Niko wurde von seinem Cousin Roman davon überzeugt, nach Liberty zu ziehen. Er würde dort angeblich ein wundervolles Leben führen mit schönen Frauen, 15 Sportwägen und natürlich jeder Menge Kohle. In Wahrheit will Roman nur von seinen eigenen Fehlern ablenken. Zu Beginn des Spiels ist Roman die einzige vertraute Person. Man selbst ist noch eine unbekannte Größe in der Stadt, doch Roman verschafft ihm die ersten wichtigen Kontakte. Niko ist ein ziemlich harter Bursche, während Roman eher der freundliche Typ ist. Er hat Schulden und entsprechend einige Leute, die hinter ihm her sind. Daher benötigt er Niko's Hilfe.
Die Stadt
Das ganze Geschehen spielt im Jahr 2007. Die Stadt soll nochmals um einiges größer sein als die Vorlage aus GTA III. In Anlehnung an New York findet man dort natürlich auch diverse Sehenswürdigkeiten des Big Apples, u.a. auch die Freiheitsstatue oder Statue of Liberty, die in GTA IV den Namen Statue of Happiness tragen wird. Insgesamt wurden 4 der 5 New Yorker Stadtbezirke nachgebildet, einschließlich Teile von New Jersey. Die Originalnamen wurden natürlich gegen Phantasiebezeichnungen ausgetauscht:
- Brooklyn = Broker
- Manhattan = Algonquin
- Queens = Dukes
- Bronx = Bohan
- New Jersey = Alderney
Die Map ist kleiner als San Andreas, dafür enthält sie aber wohl wesentlich mehr Details. Gemäß Game Informer existiert kein Umland. Die Fußgänger auf den Straßen von Liberty City verhalten sich wesentlich realistischer als in früheren GTA-Teilen. Sie sitzen auf Bänken, rauchen Zigaretten, lesen Bücher, verhalten sich also mehr wie echte Menschen auf der Straße.
Die ersten Schritte in Liberty City
Zu Beginn der Präsentation steht Niko in Roman's Taxi Depot auf einem Industriegelände in Broker. Roman arbeitet gerade an seinem Schreibtisch. Alles ist ziemlich heruntergekommen, die neuen Grafikeffekte verstärken diese Zustand nochmals. Bellic macht sich anschließend auf den Weg zu einem Wohnhaus in Broker. Er öffnet die Tür und zieht seine Waffe. Das Wohnzimmer ist leer, er bewegt sich langsam in Richtung Küche, anschließend zur Hintertür. Dort schlägt er mit seinem Ellbogen das Fenster eines roten Autos ein. Die Glassplitter fallen auf die Straße und den Autositz. Bellic öffnet nun die Tür von innen, schließt den Wagen kurz und fährt zu seinem nächsten Ziel. Während der Fahrt sieht man das Fahrzeug von außen, allerdings befindet sich die Kamera näher am Wagen als in älteren GTA-Titeln, so dass mehr Details am Auto selbst erkennbar sind. Nachdem Bellic einen Radiosender ausgewählt hat, fährt er in Richtung der Docks, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Liberty City hat. Man hört die schreienden Vögel am Himmel und die Wellen im Wasser. Nun holt Bellic sein Handy hervor: Man sieht einen LCS-Bildschirm mit den Optionen "Phonebook" (Adressbuch), "Messages" (Nachrichten), "Organizer" (Terminplaner) und "Camera" (Kamera). Er wählt das Adressbuch mit den Optionen "City Contact", "Docks Friends" und "Cab Contact" aus. Er verabredet sich mit seiner Kontaksperson an den Docks.
Wenn Bellic läuft, verspürt man das Gewicht hinter jedem Schritt. Unterschiedliche Bodenbeläge rufen auch unterschiedliche Bewegungsanimationen hervor. Insgesamt wirken die Animationen sehr realistisch, auch die Physik wurde verbessert.
Die Struktur des Spiels
In früheren GTA-Teilen fühlte man sich wie der Sklave seiner Auftraggeber, da die Geschichte nur dann fortgesetzt wurde, wenn man deren Aufträge erfolgreich ausgeführt hat. Dieses System wurde in GTA IV zwar nicht ganz aufgegeben, aber dem Spieler ist es am Ende selbst überlassen, wie er seine Zeit verbringen möchte. Er kann verschiedene Personen aus seinem Adressbuch anrufen und sich verabreden. Manchmal antworten sie, manchmal auch nicht. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.
Der Spieler erhält also wesentlich mehr Handlungsfreiheit und Kontrolle über das Spielgeschehen. Die Story kann sich unterschiedlich entwickeln. Man kann auf unterschiedlichem Wege Kontakt zu seinen Auftraggebern aufnehmen (entweder persönlich oder per Handy) und erhält ebenso seine Informationen aus recht unterschiedlichen Quellen. Das Spielerlebniss soll durch diese verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten zwischen Spieler und Spielewelt grundlegend anders sein als in den Vorgängern.
Die Atmosphäre
Bei der Entwicklung des Spiels suchte Rockstar Games verschiedene Kriminologen und Experten der Polizei auf und bemerkte, dass das Leben eines Kriminellen heutzutage wesentlich schwieriger ist als noch in den 80er und 90er Jahren. Die Entwickler haben versucht, genau das im Spiel wiederzugeben. Die Polizei in Liberty City wird also wieder ziemlich präsent sein, womöglich ist man selbst nicht der einzige, der das Gefängnis von innen betrachten darf. Die Demo enthielt allerdings keine Flugzeuge. Aktuell geht man davon aus, dass das Spiel auch nur eine Stadt beinhalten wird, und da Rockstar den Realismusgrad stark erhöht hat, mussten Elemente wie Flugzeuge, Jetpacks oder Fahrräder entfernt werden. Motorräder sind davon allerdings nicht betroffen.
Der Sound
Auch in Sachen Vertonung geht man bei Rockstar North neue Wege: Statt nur auf große Namen zu schauen, sucht man Schauspieler, deren Stimmen zu den Charakteren passen. Insofern wird man einige weniger vertraute Stimmen zu hören bekommen. Diesen Weg will man im übrigen auch beim Soundtrack gehen. Informationen darüber existieren jedoch noch keine.
Die Technik
Die in der Preview verwendete Demo-Version zeigt laut Rockstar Games noch nicht die finale Graphik, welche nochmals um einiges besser aussehen soll. Gespielt wurde die Fassung für die Xbox 360. Ladezeiten soll es keine geben, auch nicht beim Betreten von Gebäuden. Beide Versionen des Spiels für die Xbox 360 und die Playstation 3 sollen nahezu identisch sein, allerdings wird es nur für die Xbox 360 downloadbare Zusatzinhalte geben. Insgesamt arbeitet Rockstar nun seit 3 Jahren an dem Spiel und Dan Houser vergleicht den Sprung von GTA III zu GTA IV mit dem von GTA zu GTA III.
Der Multiplayer-Modus
Beide Versionen sollen auch einen Multiplayer-Modus beinhalten, d.h. auch, dass GTA IV zunächst nur als Singleplayer-Spiel entwickelt wird und es sich nicht um ein komplettes Onlinespiel handelt. Was uns hier am Ende erwartet, ist momentan noch nicht bekannt. |